Kann schon einmal vorkommen, dass man ein bisschen zu viel über den Durst trinkt bzw. getrunken hat. Manchmal suchen sich die Magensäfte auch ihren Weg nach oben, ins Freie, sozusagen. Ist in Ordnung, sofern eine Toilette in der Nähe ist. Doch was passiert, wenn ich als Kunde meine Magensäfte im Taxi entleere?
Eines vorweg: So oft passiert es den Kunden von Taxi 40100 gottseidank nicht. Vergangenes Jahr waren es 143 Gäste, die ihr Essen nicht für sich behalten wollten oder konnten. Aber wenn es passiert, wird es für beide Parteien unangenehm: Der Lenker muss seinen Wagen zur chemischen Reinigung bringen, was Zeit und Geld kostet. Und für den Kunden oder die Kundin gibt es spätestens am nächsten Tag ein böses Erwachen, wenn er oder sie die Rechnung präsentiert bekommt.
Rechtlich ist es so: Taxilenker haben Beförderungspflicht, können Kunden also nicht ablehnen. Wobei es – wie immer und überall – Ausnahmen gibt. Laut Paragraf 12 der Wiener Landesbetriebsordnung besteht keine Beförderungspflicht, wenn der Lenker meint, dass sein Kunde oder seine Kundin den Wagen womöglich nicht „schonend“ behandelt, wenn die Kundschaft raucht oder der Fahrer sonstige Sicherheitsbedenken hat.
Sehr oft haben Lenker Erbarmen mit betrunkenen Fahrgästen (oder sind sich nicht bewusst, in welchen Zustand die Kunden sind) und bringen sie an ihr Ziel. Das Verständnis endet aber, wenn der Kunde sich im Taxi übergibt. Dann wird es richtig schmutzig, und zwar im wahrsten Sinne des Wortes. Der Kunde muss nämlich nicht nur die Kosten für die Fahrt, sondern auch die Kosten für die chemische Reinigung des Taxis übernehmen.
Was kostet eine chemische Reinigung?
Je größer das Auto, desto teurer ist auch die Reinigung. Und: Je mehr Bereiche des Fahrzeugs betroffen sind, umso teurer wird es. Hat es die Fensterscheibe gerade noch nach unten geschafft und ist nur ein Teil des äußeren Autos betroffen, wird wohl ein erhöhtes Trinkgeld für den Fahrer (ha, der war gut…Trinkgeld…) reichen. Sind Sitzpolster, Innenfenster, etc betroffen – Bild, geh aus meinem Kopf – beginnen die Preise, je nach Anbieter, bei etwa 230 Euro. In diesem Preis ist jedoch noch nicht abgegolten, dass der Fahrer während der Reinigung einen Dienstentgang hat – und diesen beim Kunden geltend machen kann. Wenn etwa die Sitzpolster gereinigt werden müssen, braucht es einen Tag, bis sie trocken sind. Was lernen wir daraus? Wie hat es einer unserer Lenker unlängst so treffend formuliert: „Das ist teuer, sehr teuer. Und meine seelische Betreuung, die ich danach brauch`, kannst gar nicht bezahlen. Also lass es.“