Experten aus über 20 Ländern diskutierten über innovative Lösungsansätze
In einer Zeit rasanter technologischer Veränderungen steht der Mobilitätssektor vor einem grundlegenden Wandel. Autonome Fahrzeuge werden den heimischen Taximarkt vor enorme Herausforderungen stellen. Aus diesem Grund stand beim diesjährigen „Meet the cab“ – einer von Taxi 40100 organisierten Branchenveranstaltung – das Thema „autonomes Fahren“ im Zentrum der Aufmerksamkeit. Internationale Expertinnen und Experten, Branchenvertreter und politische Entscheidungsträger aus Österreich diskutierten im Parkhotel Schönbrunn und gaben Einblicke in die Zukunft des Transports.
„Wir begrüßen alle Bestrebungen, den Dialog zwischen Technologie, Wirtschaft und Gesellschaft zu fördern und innovative Konzepte in Österreich voranzutreiben“, so Ehrengast Alexander Pröll (ÖVP), Staatssekretär für Digitalisierung, bei seiner einleitenden Keynote. Und: „Autonomes Fahren ist mehr als technischer Fortschritt. Es geht um Sicherheit, Innovation, digitale Souveränität – und ganz konkret um mehr Lebensqualität für die Menschen in Österreich. Genau deshalb ist es mein Ziel, autonomes Fahren nach Österreich zu bringen und hier verantwortungsvoll zu verankern.“
Auf dem Programm standen Vorträge internationaler Expertinnen und Experten aus 20 Staaten und eine Podiumsdiskussion (moderiert von Gregor Beiner, Präsident des Bundesverbandes Taxi und Mietwagen in Deutschland) zu rechtlichen, ethischen und technischen Fragen. Beim Kongress mit dabei waren etwa Rainer Becker (Moia), Markus Zwick (INYO), Hannes Watzinger (Digitrans), Hugo Fozzati (Tensor), Michael Oppermann (Geschäftsführer Bundesverband Taxi und Mietwagen Deutschland), Autor und Technologieforscher Mario Herger und aus den USA Jiazeng Wang (Pony.ai)
Marcus Zwick, CEO von INYO (Deutschland) erzählt: „In San Francisco werden Kinder mit einem Robotaxi in die Schule gebracht. Der technologische Fortschritt ist unausweichlich. Nun müssen wir daran arbeiten, die Teilnahme lokaler Taxianbieter zu ermöglichen.“
Rainer Becker, Director Business Development bei Moia (Deutschland), testet autonome Autos derzeit in Oslo (Norwegen): „Es ist wichtig, dass autonome Fahrsysteme auch bei Schnee und Eis voll funktionsfähig sind und nicht mehr auf die Bodenmarkierungen angewiesen sind.“
Mario Herger, Technologietrendforscher im Silicon Valley (USA) und Autor: „Bei meiner ersten Fahrt mit einem autonomen Fahrzeug habe ich mich gefragt, ob ich diese Fahrt überleben werde. Aber autonome Autos sind nachweislich wesentlich sicherer als menschliche Fahrer.“
Hugo Fozzati von Tensor ergänzt: „Wie man so sagt, die Zukunft ist schon da; sie ist nur noch nicht gleichmäßig verteilt. Bei autonomen Fahrzeugen erleben wir das jetzt in Echtzeit. Vollständige Autonomie ist zu transformativ für nachträglich angebaute Lösungen; der Versuch, herkömmliche Fahrzeuge anzupassen, beeinträchtigt die Leistung und Sicherheit. Tensor-Fahrzeuge können 360 Grad sehen, sogar unterhalb des Fahrgestells, dank tief integrierter, fahrzeugspezifischer Systeme, die Verbraucher erwarten das und die Sicherheit fordert das auch ein“.
Und: „Bei Tensor setzen wir einen neuen Standard für multisensorische Sicherheit. Unsere Robocars sind von Grund auf neu und zweckmäßig gebaute Plattformen, die über 100 Sensoren integrieren – einschließlich proprietärem LiDAR, Kameras und Radar – mit 8.000 TOPS Rechenleistung, mehr als je zuvor in einem Auto in der Geschichte. Indem wir unvergleichliche Redundanz und die Kernarchitektur priorisieren, erfüllen wir nicht nur die höchsten Sicherheitsstandards; wir definieren sie.“
Hannes Watzinger, Geschäftsbereichsleiter bei Digitrans (Österreich): „Die Technik ist da. Am öffentlichen Vertrauen in autonome Fahrzeuge und der sozialen Inklusion müssen wir jedoch noch arbeiten.“
Die Vermittlungszentrale Taxi 40100 selbst spricht sich für einen schrittweisen und sozial verträglichen Übergang sowie eine behutsame Einführung von Robotaxis aus.
Foto: Angelo Kreuzberger